In den letzten 20 Jahren war KölnDesign auf verschiedensten Messen und Events vertreten, z. B. Orgatec, Anuga, imm cologne, Exponatec, Passagen oder Photokina.

Die Geschichte KölnDesigns

"Geschichte wird allgemein als Gedenken an Aspekte der Vergangenheit verstanden, die sich auf unsere Gegenwart und Zukunft auswirken. Daher konzentriere ich mich hier auf die folgenreichen Gesichtspunkte der Gründung und Entwicklung von KölnDesign." Joachim Kobuss

Kulturwirtschaft und ein folgenreicher Beschluss

Das Land Nordrhein-Westfalen war Anfang der 90 er -Jahre das erste deutsche Bundesland, das einen Kulturwirtschaftsbericht erstellen ließ.
Aus diesem zeichnete sich ab, was wir heute wissen und auch empirisch belegen können: Die Kulturwirtschaft ist relevant. Dessen war man sich damals auch bei der Stadt Köln, dem größten und bedeutendsten Medienstandort in NRW, bewusst. 1993/94 wurde durch den Fachbereich Design der Kölner Fachhochschule (heute: Köln International School of Design, KISD) eine Studie erstellt, die unter anderem die Zahl der im Bezirk Köln ansässigen Designagenturen, Designbüros, Designer und Mediengestalter ermittelte.

Das Ergebnis von damals circa, 800 Aktiven, ließ sich sehen und war groß genug, den Rat der Stadt Köln zu einer (aus heutiger Sicht) historischen Entscheidung zu veranlassen.

Der Ratsbeschluss von 1995 lautete sinngemäß: Wir wollen die hier ansässigen Designer fördern – und nicht das Design an sich! Design genoss bereits durch die bundesweite Förderung seit den 50 er -Jahren in der Wirtschaft eine wachsende Bedeutung. Dies hat für die Designer zwar seit 2000 zu einem überdurchschnittlichen Wachstum (Anzahl der Akteure und Umsätze) geführt, allerdings stagniert die durchschnittliche Leistungshonorierung und die prekären Verhältnisse nehmen stark zu.

Folgenreiche Gespräche und Ziele

Infolge des Ratsbeschlusses wurde das Amt für Stadtentwicklungsplanung im Jahr 1996 beauftragt, sich um die Designer in Köln zu kümmern. Das tat es, indem es die Akteure zu runden Tischen einlud, um in Gesprächen deren Bedürfnisse und Erwartungen sowie die darauf aufbauenden Möglichkeiten der Förderung durch die Stadt Köln zu diskutieren. Mit dem damals im Amt für Stadtentwicklungsplanung zuständigen Referenten Franz Heuing hatte ich im Frühsommer 1997 ein erstes Gespräch und sah mich ein paar Stunden später auf der Dachterrasse von Michael Erlhoff, dem Gründungsdekan des Fachbereichs Design (KISD), in einem kleinen Kreis engagierter Akteure wieder. Wir sprachen über Möglichkeiten, sich als Initiative zu organisieren, auch um sich die von der Stadt Köln in Aussicht gestellten Fördermittel zu sichern. Grundlage dafür war aber, zunächst ein definiertes Ziel und die dafür erforderlichen Mittel zu diskutieren. So entstand ein erster Entwurf für ein Konzept, aus dem unter anderem der Name »KölnDesign« und auch der Claim »Wir verbinden Design und Wirtschaft« entwickelt wurde.

Die Ziele waren relativ schnell beschrieben: Design als kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Qualitätsfaktor sichtbar zu machen, zu fördern und der Allgemeinheit zu verdeutlichen; die Öffentlichkeit mit der Bedeutung und den Anwendungsmöglichkeiten von Design vertraut zu machen; die Akzeptanz und Inhalte von Design zu vermitteln; den Austausch von Kontakten zwischen Designbüros und den designrelevanten und -interessierten Einrichtungen regional, national und international zu fördern; Wettbewerbe zu unterstützen sowie der Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiete des Designs hilfreich zur Seite zu stehen.

Um diese Ziele zu verwirklichen, planten wir eine Reihe von Maßnahmen, wie zum Beispiel: ein DesignHandbuch zu erstellen, einen Design-Newsletter herauszugeben, einen DesignPoint auf relevanten Messen einzurichten, eine DesignBeratung zu organisieren, DesignTage zu veranstalten und eine Homepage im Internet zu unterhalten.

Auch brauchten wir eine fördergeeignete Organisations- und Rechtsform. Es lag nahe, den »eingetragenen Verein« zu wählen, da dieser alle Voraussetzungen erfüllte, um die Fördermittel der Stadt Köln nutzen zu können, und überdies pragmatisch in der Handhabung war. Also formulierten wir eine Satzung, die alles Notwendige beinhaltete, um zukunftsfähig zu sein und im Laufe der Zeit flexibel zu bleiben. In der anfänglichen Euphorie kam uns sogar der Gedanke, zusätzlich eine Aktiengesellschaft zu gründen, im Glauben daran, dass wir damit von der Wirtschaft ungleich ernster genommen würden (die Idee wurde später allerdings wieder verworfen).

Folgenreiche Gründung

Im Laufe des Sommers 1997 hatten wir alles soweit vorbereitet und formuliert, dass wir die an den »runden Tischen« teilnehmenden Akteure zu einer ersten Gründungsversammlung am 8. September ins Museum für Angewandte Kunst Köln einladen konnten. Daraus verpflichteten sich circa 30 Gründungsmitglieder und wir konnten den ersten Schritt zur Wahl eines Vorstands machen. Um allen vereinsrechtlichen Erfordernissen gerecht zu werden, wurde zwei Monate später (am 5. November) im KOMED im Mediapark eine zweite und abschließende Gründungsversammlung durchgeführt.

Was dann folgte, ist bereits in der Festschrift zu 10 Jahre KölnDesign chronologisch dargestellt und beschrieben sowie in einer Jubiläums-Gesprächsrunde mit Vertretern wichtiger Institutionen und Experten analysiert worden.

Folgenreiche Historie und Zukunft

Der Ratsbeschluss der Stadt Köln von 1995 war aus heutiger Sicht vor allem deswegen historisch, weil in den 90 er -Jahren und bis weit in die Nullerjahre hinein die Förderung eben auf das Design ausgerichtet war – und nicht auf die Designer. Auch gab es damals keine regionalen Inititiven, die von den Akteuren selbst getragen wurden. KölnDesign war das erste regionale Wirtschaftsförderungsnetzwerk im Designbereich und hat damit kompetente Pionierarbeit geleistet. Was wenig spektakulär aussieht, erscheint vor dem Hintergrund der 2008 gegründeten Initiative der Bundesregierung für die Kultur- und Kreativwirtschaft in einem bedeutungsvolleren Licht.

Zukunft kann man nur verstehen, wenn man von der Vergangenheit weiß und sich bewusst ist, dass Innovatives nur auf Vorhandenes aufbauen kann, also ein langes Gedächtnis braucht. In diesem Sinne möchte ich hier über die Geschichte relevanter Aspekte von KölnDesign auch auf die Zukunft verweisen – mindestens für die nächsten 20 Jahre.

Text: Joachim Kobuss

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